Project Tango – Wie ein Mobiltelefon hilft die Welt in 3D zu modellieren

Als Vermessungsingenieur hat man beruflich mit Geometrie, Koordinaten und zwei bis drei Dimensionen zu tun. Aus heutiger Sicht kann man sagen, dass die berufliche Alltagswelt den Weg in die dritte Dimension immer öfter sucht oder bereits beschritten hat. Als unverzichtbare Werkzeuge haben sich hier Tachymeter, Lasertracker, Koordinatenmessmaschinen, 3D-Laserscaner und bildgebende Systeme (Drohnen, Kamera, etc.) herausgestellt.

Google betreibt schon länger das immer populärer werdende Experiment „Ingress„, was damit wirklich bezweckt werden soll, weiss wohl nur Google. Betrachtet man die Art und Weise wie das Spiel gespielt wird, so lassen sich neben diversen Formen der Begeisterung, Fitness-Tests vor allem das Sozialverhalten von Menschen studieren. Nebenbei werden mit der Kamera des Mobiltelefone Orte fotografiert. Aus diesen Bildern werden dann in anderen  Google-Anwendungen fehlende Orte ergänzt, verifiziert oder anderweitig genutzt. Das klassische Nutzerprofil hat hierbei schon lange ausgedient.

Seit längerem kann man beobachten, wie die klassische Photogrammetrie eine Renaissance erlebt. Waren da zunächst automatisierte Abläufe für den kleinen Geldbeutel zu haben, schoben sich die großen IT-Konzerne – vor allem Microsoft – an, Sensoren wie die Kinect zu entwickeln und für einen Massenmarkt zugänglich zu machen. Einen deutlichen Anschub hat das ganze Thema durch die kleinen Drohnen bekommen. Die Kombination aus Kamera, kleinem Fluggerät und leistungsfähiger Software ermöglicht nicht nur tolle Filme aus neuen Perspektiven, sondern auch die Berechnung von großflächigen 3D-Modellen mit guter Genauigkeit.

Doch es ist nicht jedermann bereit mit einer Drohne durch Museen zu fliegen oder zu fahren, sein Haus von innen zu fotografieren und in ein 3D-Modell zu stecken. Wie allseits bekannt hat Google ja andere Ansprüche und hat von daher das Projekt „Tango“ gestartet. Momentan wird das Projekt vielleicht „belächelt“, aber das Potential hinter diesem Projekt ist gigantisch. In Kombination mit anderen Diensten wage ich zu behaupten, dass die Bemühungen von Google ein vollständiges 3D-Abbild der Erde zu erstellen mit Tango-fähigen Endgeräten weiter und schneller als je zuvor voran getrieben werden könnte.

 

 

 

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